Walzengießerei Coswig steigert mit abas-ERP Termintreue und Kostentransparenz

Walzengießerei Coswig GmbH
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Mit der Einführung der unternehmensübergreifenden ERP-Lösung der ABAS AG löste die Walzengießerei Coswig eine Reihe von Insellösungen ab und konnte damit die Transparenz über den innerbetrieblichen Produktionsablauf wesentlich steigern. Die Durchlaufzeiten konnten reduziert und die Lieferterminzusagen präzisiert werden. Auch die Vor- und Nachkalkulation wurden optimiert.

 

Die Walzengießerei Coswig GmbH verursacht viel Schwung, produziert sie doch unter anderem Zylinder für die weltgrößten Bogenoffsetdruckmaschinen. Aber auch bei der Walzengießerei selbst ist zuletzt eine Menge Energie freigesetzt worden. Verantwortlich für den Elan ist unter anderem das neue ERP-System abas-Business-Software. Das Unternehmen hat dieses branchenneutrale Produkt gegen seine spezifische Softwarelösung für die Gießereiindustrie eingetauscht und damit viel frischen Wind in den Betriebsablauf gebracht.
Die Walzengießerei Coswig ist in den Geschäftsfeldern Walzen- und Formguss tätig. Neben Produkten für die Druckmaschinenindustrie werden Formguss für den Maschinenbau, Walzen und Walzringe für Stahl- und Walzwerke, sowie Erzeugnisse für den Windkraftanlagenbau produziert. 190 Mitarbeiter im sächsischen Coswig am Rande Dresdens beliefern Kunden in ganz Europa sowie in China und Brasilien und erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 24 Millionen Euro.
Ein sehr hohes Niveau erreicht die Walzengießerei bei ihren Werkstoffen: Eine spezielle Veredelungstechnik bewirkt eine besonders hohe Materialhärte, die eine lange Laufzeit der Walzen garantiert. Die Laufzeit der alten ERP-Software, einer branchenspezifischen Lösung für die Gießerei- und verarbeitende Industrie, dagegen war vorbei. „Wir waren mit ihr an Grenzen gestoßen“, sagt Sven Berndt, IT-Leiter bei der Walzengießerei, „sie konnte unsere Geschäftsprozesse nicht mehr abbilden.“ Zu stark hatte sich das Unternehmen im Laufe der Jahre weiterentwickelt - so stieg etwa die Produktivität pro Mitarbeiter von 25.000 Euro in 1993 auf 109.000 Euro in 2004. Der Erkenntnis folgte die Tat: Man sichtete den Markt nach einem neuen, zeitgemäßen ERP-System.

 

Pro Produktionsprozess fallen bis zu 1.000 Parameter an

Gussvorgang, Walzengießerei Coswig GmbHEine zentrale Anforderung an die neue Unternehmens-Software lautete, dass sie die Transparenz der Produktion unter Berücksichtigung der aktuellen Fertigungsinformationen wesentlich verbessert. Keine einfache Aufgabe, denn bei der Walzengießerei fallen während der Geschäftsprozesse extrem viele Daten an. Pro Produktionsprozess sind es bis zu 1.000 verschiedene Parameter, die für die effiziente Überwachung der Produktion, die Qualitätssicherung und die Kostenoptimierung enorm wichtig sind. Neben normalen Stammdaten wie Kunde oder Produkt sind es beispielsweise Informationen über Massen, Zeiten, Temperaturen, Materialien und Analysewerte. „Die Datenmenge“, sagt Berndt, „ist in unserem Unternehmen stetig gewachsen und wächst weiter.“ Weil die Sachsen nicht in Serie fertigen, sondern ihre Produkte kundenspezifisch schmelzen und herstellen, musste auch die neue ERP-Lösung so anpassungsfähig sein wie das Unternehmen selbst. „Deswegen sind wir am Ende zur Überzeugung gekommen, dass wir kein branchenspezifisches Paket brauchen, sondern ein branchenneutrales“, sagt Berndt.
Die unterschiedlichen Wirtschaftsbranchen haben sehr verschiedene Anforderungen an ein ERP-System. Die Unternehmen wählen deswegen oft eine Lösung, die auf ihre Branche zugeschnitten ist. Doch die in die Software gegossenen Abläufe sind dann meist sehr starr und die Lösungen sind häufig nur auf den Produktionsprozess zugeschnitten.
Die Walzengießerei ging den anderen Weg. Nach Sondierungsgesprächen und Voruntersuchungen verschiedenerer ERP-Anwendungen suchten die Coswiger eine sehr flexible Lösung für alle Unternehmensbereiche und entschieden sich für die Software der Karlsruher ABAS Software AG. „Die abas-Business-Software passt sich an die Organisation unseres Unternehmens an – und nicht umgekehrt“, sagt Berndt.
Mit releasefähigen Erweiterungen, wie z.B. der Einbindung einer BDE-Lösung oder unternehmensspezifischen IT-Programmen über Schnittstellen, konnte so eine IT-Lösung geschaffen werden, die den Workflow über alle Bereiche des Unternehmens sicherstellt. Vor allem die schlagkräftige Kombination aus ERP- und BDE-Lösung ist für die Walzengießerei Coswig zur Versorgung der Mitarbeiter mit entscheidungsrelevanten Informationen oder Gegenüberstellung von Kosten und Erträgen unentbehrlich. In der Produktion installierte die Walzengießerei dafür Rückmelde-Terminals von Kaba-Benzing, um alle betriebswichtigen Daten zu erfassen und zu verarbeiten. Nachdem der Werker sich und den Arbeitschein über Legic-Chips angemeldet hat, teilt ihm das Terminal pro Arbeitsgang mit, was zurückzumelden ist. In eine, dem jeweiligen Auftrag angepasste Rückmeldemaske gibt der Werker die Zeiten und technologische Parameter zu den jeweiligen Aufträgen ein.
So können Soll- und Ist-Daten einfach gegenübergestellt, Abweichungen ermittelt und erforderliche Maßnahmen sofort veranlasst werden, was die Flexibilität der Prozesse optimiert.
Zudem konnten auf diese Weise die Abläufe gestrafft werden und aufwändige Doppeleingaben entfallen. Während früher die Werker die Daten notierten, um sie später in eine Accessdatenbank oder eine Exceltabelle zu übertragen, und sie daraus dann wieder einmal pro Monat durch eine Sekretärin in die EDV übertragen wurden, „haben wir nun eine Lösung realisiert, bei der nur noch eine Person die Daten zeitnah erfasst“, unterstreicht Berndt. Das sei beispielsweise auch für die Produktrückverfolgbarkeit „eine wirklich gelungene Sache“.
 

Exakte Vor- und Nachkalkulation verbessern Kostentransparenz

Sven Berndt IT-Leiter, Walzengießerei Coswig GmbH

Auch eine exakte Vor- und Nachkalkulation konnte so realisiert werden; sie bilden heute die Basis für eine wesentlich verbesserte Kostentransparenz. Für die Vorkalkulation wurde vom IT-Partner, der alltrotec GmbH aus Dresden, eine Zusatzprogrammierung in abas-ERP vorgenommen, so dass sie nun genau auf die Anforderungen der Coswiger zugeschnitten ist. Sie erfolgt auf Basis der in der Stückliste hinterlegten Arbeitsgänge und des Materials.
Die Nachkalkulation erfolgt auf Grundlage der erfassten Daten. Dabei werden die Materialien direkt aus dem Prozessrechner am Schmelzofen ausgelesen, wo die Chargen und der Schmelzvorgang gesteuert werden. Der Industrie-PC erzeugt ein Chargenprotokoll, welches Material in welcher Menge in der Charge enthalten ist, ordnet die Produktionsnummern zu und hinterlegt beides in Access. Von dort werden diese Daten auf Knopfdruck in die BDE-Datenbank im abas-ERP übernommen. „Das funktioniert hervorragend“, zeigt sich Sven Berndt mit der Schnittstelle zufrieden. Auch andere individuelle Abfragen und Auswertungen erfolgen meist noch in Access. „Unsere User sind es gewohnt, mit diesem Programm zu arbeiten“, begründet Berndt. Deswegen war für die Coswiger die Kompatibilität zur Microsoft-Welt von entscheidender Bedeutung. Das unter Linux laufende ERP-System, weiß Berndt, erfüllt diese Schlüsselqualifikation. Die Kombination abas-ERP und Linux beurteilt der IT-Leiter als „absolut zuverlässig, seit der Installation hatten wir noch keinen Systemabsturz.“
Vor rund zwei Jahren startete der Echtbetrieb der abas-Business-Software, nachdem zuerst auf einem Demo-Mandanten die neuen Programme getestet wurden. Ob der guten Erfahrungen aus den vergangenen 24 Monaten urteilt Berndt über das Paket: „Das war die richtige Entscheidung.“ Grund für seine hohe Meinung sei „die hohe Flexibilität“, unterstreicht der 37-Jährige, die unternehmenseigenen Prozesse, die sich immer wieder veränderten, könne ABAS flexibel abbilden. Als Beispiel führt Berndt die Umsatzsteigerung an: In 2004 erzielte die Walzengießerei einen Zuwachs von 33 Prozent auf 24 Mio. Euro - bei nahezu identischer Personalstärke. Zwar sei das Umsatzplus zu einem Teil mit den Investitionen in neue Maschinen zu erklären – aber eben auch mit der Kapitalanlage in eine moderne Software, die eine Unternehmensdynamik in Gang gesetzt und die Prozesse optimiert hat.
Da die abas-Business-Software alle Geschäftsprozesse abdecken kann, sind Insellösungen, die vorher gang und gäbe waren, passé. Viele Mitarbeiter hatten sich mehr oder weniger eigene Datenbanken zusammengebastelt, die aber die betrieblichen Abläufe nicht unterstützten, weil nicht jeder aus dem Hause auf diese Informationen zugreifen konnte. Mit der ERP-Lösung konnte dagegen ein durchgängiger Workflow erreicht werden. „Hier wurde eine einheitliche Datenbasis geschaffen“, sagt Berndt, „wenn man so ein System einführt, sollen natürlich auch alle damit arbeiten können.“

 

Kunden erhalten genaue Informationen zum Fertigungsfortschritt

Formenbau, Walzengießerei Coswig GmbH

Die Materialdaten zum Beispiel, die aus dem Prozessrechner am Schmelzofen direkt erfasst und in abas-ERP eingelesen werden, stehen damit auch den Arbeitsvorbereitern nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Die Planer wissen so immer ganz genau, welches Produkt sich gerade an welcher Stelle im Produktionsprozess befindet. „Wir haben eine viel größere Transparenz über den innerbetrieblichen Produktionsablauf“, betont der IT-Leiter. Somit könne beispielsweise auch der Vertrieb dem Kunden exakt sagen, wie weit sein Produkt in der Fertigstellung vorangeschritten ist und wann es ausgeliefert werden kann. „Das hat es vorher in diesem Umfang nicht gegeben.“ Das strategische Ziel, die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten zu optimieren, so Berndt, „konnte auf diese Weise umgesetzt werden“. Wenn es darum geht, Aufträge kurzfristig zu verändern oder Engpässe zu beherrschen, „habe ich meine Produkte und Materialien immer im Auge und kann genaue Aussagen über sie treffen“. Damit wird die Walzengießerei bei der Verkürzung der Lieferzeiten und Verbesserung der Termintreue durch das ERP-System unterstützt.
So zufrieden die Coswiger mit der neuen ERP-Software auch sind, die Anstrengungen im IT-Bereich sind noch nicht beendet. So soll zum Beispiel die Effizienz des externen Datenzugriffs für die Außendienste erhöht und das Thema digitale Betriebsprüfung (GDPdU) vorangetrieben werden. Auch hier kommt die abas-Business-Software ins Spiel. Sie bietet ein Archivierungstool, das die geschäftsrelevanten Vorgänge, zum Beispiel E-Mails mit Anfragen, Bestellungen oder Aufträgen, für die digitale Steuerprüfung sammeln kann. „Die haben wir dann sofort griffbereit, wenn das Finanzamt danach fragt“, sagt Berndt.
Die weitere Planung zeigt: Die abas-Business-Software wird auch in Zukunft durch entsprechendes Customizing weiter an die Bedürfnisse der Walzengießerei angepasst, die Umsetzungsphase ist in dem Coswiger Unternehmen noch nicht beendet. Trotzdem hat sich die ERP-Lösung für die Walzengießerei längst als Treffer erwiesen, die Erfahrungen der ersten zwei Jahre waren sehr positiv – auch wenn es bei der Einführung immer mal wieder Widerstände gab, zum Beispiel durch Bereiche oder Mitarbeiter, die ihre Insellösungen beibehalten wollten. „Solche Insellösungen können gegenüber einer übergreifenden Lösung für den Einzelnen oder den Bereich eventuell vorteilhafter sein, für die Optimierung der Gesamtprozesse sind sie immer ein Stolperstein“, so die Erkenntnis von Sven Berndt. Er rät nicht zuletzt deshalb, sich für die Umsetzung eines solchen bereichsübergreifenden ERP-Projektes immer die Unterstützung der Geschäftsführung einzuholen. „Die ist absolut unerlässlich, und die haben wir glücklicherweise hundertprozentig.“

 
 
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