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Schlank mit ERP:
Metallgießerei setzt auf Optimierung mit ERP
METTEC Guss Metallgießerei und Formenbau GmbHDownload Anwenderbericht als pdf (567 KB)

Alle sprechen von Rationalisierung. Ein österreichischer Metallgießer sieht dies gelassen: 96 Prozent arbeiten dort produktiv und nur vier Prozent stemmen den kompletten kaufmännischen Bereich. Neben einer durchdachten Organisation ist dies auch ein Verdienst einer flexiblen Software. Das ERP-System des Herstellers ABAS in Verbindung mit dem Branchen-Know-how des österreichischen Vertriebspartners Nittmann & Pekoll sind ein Garant für effiziente Geschäftsprozesse.
„Eine EDV-Abteilung wollen wir uns nicht leisten, das passt nicht in unser schlankes Konzept.“ Christian Kirchschlager, stellvertretender Geschäftsführer, weiß wovon er spricht. Der studierte Betriebswirt setzt auf ein durchdachtes Unternehmenskonzept mit geringen Verwaltungskosten und ist damit erfolgreich in einer hart umkämpften Branche und einer schwierigen wirtschaftlichen Phase.
Gegründet wurde das Unternehmen als Metallgießerei Hans Schwarz GmbH 1953 vom gleichnamigen Inhaber als Ein-Mann-Betrieb. Spezialisiert hat sich der Welser Betrieb auf den Guss von Aluminium und Messing. Produziert wird heute gemäß den strengen Richtlinien der deutschen Automobilindustrie. „Auch über die Grenzen hinweg können wir im Sand- und im Kokillenguss aufgrund der Flexibilität unserer Anlagen schneller als unsere Mitbewerber auf die Terminwünsche unserer Kunden reagieren“, nennt Kirchschlager als Erfolgsrezept. „Eine sinnvolle Ergänzung des Portfolios ist der Bereich CNC-Bearbeitung, der die Gießereiprodukte mechanisch bearbeitet, sie macht unsere Produkte europaweit konkurrenzfähig“, ergänzt er. Über die Jahre hinweg kamen weitere Bereiche wie der Werkzeug- und Modellbau sowie - als neuester Bereich - die Komponentenfertigung hinzu. „Mit dem Aufbau dieser Abteilung kommen wir dem Wunsch unserer Abnehmer entgegen. Wir übernehmen die Beschaffung, Assemblierung, Lagerhaltung und termingerechte Anlieferung der Module“, erklärt Kirchschlager.
Schlanke Organisation als Konzept

Ähnlich schlank wie ein „Ein-Mann-Betrieb“ ist das Unternehmen noch heute, denn von den einhundert Beschäftigten sind nur vier in der Verwaltung tätig. „96 Prozent unserer Belegschaft arbeitet produktiv in der Fertigung. Den Begriff ‚Lean Production‘ leben wir schon lange“, betont Kirchschlager nicht ohne Stolz. Kein Wunder, dass das jährliche Wachstum seit langer Zeit konstant bei 15-20 Prozent pro Jahr liegt und das bei gleichbleibenden Verwaltungskosten.
Zum Jahrtausendwechsel stand die längst überfällige Ablösung der betriebwirtschaftlichen Software an. Bislang war dort eine individuell programmierte Unix-Lösung im Einsatz. „Wir waren damit an unsere Grenzen gelangt. Sowohl unsere zunehmende Artikelvielfalt als auch die Menge der Zukaufteile im Verkauf und die Lagerwirtschaft stellten ein Problem für die Software dar“, erinnert sich Kirchschlager.
Vorentscheidung durch Berater
Bei der Suche eines neuen ERP-Systems gingen die Welser einen ungewöhnlichen Weg: Sie beauftragten Mitte 1999 ein EDV-Beratungsunternehmen mit der Vorauswahl von ERP-Anbietern. Diese kannte sowohl die Metallgießerei als auch ihre Branche und Zielmärkte genau. Mehrere Anbieter wurden auf Herz und Nieren geprüft, bis die Berater im Herbst 1999 ihre Entscheidung präsentierten: Das ERP-System abas-Business-Software der deutschen ABAS Software AG hielten sie für das am besten geeignete System.
Diese entwickelt ihre ERP- und eBusiness-Lösungen im badischen Karlsruhe, setzt im Vertrieb jedoch auf kompetente Partner vor Ort, wie hier Nittmann und Pekoll (N&P) in Wien, der über ausgeprägte Branchenkenntnisse und IT-Know-how verfügt.
Im November 1999 entschied sich die Metallgießerei für ihren neuen IT-Partner mit einem ehrgeizigen Ziel: In nur fünf Monaten sollte die ERP-Einführung abgeschlossen sein. Zum Start wurden acht Lizenzen auf neuer Hardware (Server und PC-Clients) installiert. Eingeführt wurde das komplette Leistungsspektrum der abas-Business-Software: Produktionsplanung und -steuerung, Waren- und Materialwirtschaft, Lagerwesen, Disposition, Fertigung, Verkauf mit Auftragswesen, Einkauf mit Bestellwesen sowie Rechnungswesen. Einzig die Lohnbuchhaltung sollte zukünftig separat mit einer externen Lösung laufen.
Datenmigration und Einführung

Der Wiener ERP-Spezialist N&P kümmerte sich um den Datenbestand, den er für die Migration vorbereitete und schließlich in die frisch installierte ERP-Software importierte. „Wir waren erleichtert, dass die Datenübernahme so problemlos vonstatten ging, da sonst viel Arbeit auf uns zugekommen wäre“, sagt Kirchschlager.
Der kniffligste Part einer ERP-Einführung ist das Anpassen an die individuellen Betriebserfordernisse. Wie in einer Ehe bindet man sich für lange Zeit an einen Partner und muss sich mit ihm arrangieren. Dies bedeutet für beide Seiten ein Geben und Nehmen, denn ein ERP-System kann nur dann effizient arbeiten und verlässliche Auskünfte liefern, wenn es stets mit aktuellen Daten „gefüttert“ wird und die Unternehmensorganisation stimmig ist. „Unsere Hausaufgaben hatten wir in dieser Hinsicht schon weitgehend erledigt, so dass die Anpassung der Software an unsere Bedürfnisse von N&P schnell und problemlos vonstatten ging“, erinnert sich der stellvertretende Geschäftsführer.
Das Freischalten des Systems erfolgte im April 2000. „Zur Sicherheit lief unserer altes System noch für vier Wochen parallel. Allerdings haben wir da nur noch die ausgehenden Rechnungen verglichen und diese Doppelarbeit dann eingestellt“, ergänzt er.
Optimierung greift
Die eigentlichen Vorteile und das Potenzial, das in der abas-Business-Software steckt, erschloss sich erst nach und nach im täglichen Umgang mit dem neuen Werkzeug. Eine Besonderheit in der Metallgießerei sind beispielsweise die schwankenden Rohstoffpreise mit denen der Einkauf und die Kalkulation konfrontiert sind. Die Welser müssen mit verschiedenen Fälligkeiten jonglieren, denn manche ihrer Kunden möchten eine tagesaktuelle Berechnung, andere wiederum erst zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung. „Mit unserem neuen System ist dieser ehemals große Aufwand kein Problem mehr, denn für unsere Kalkulation und Rechnungsstellung haben wir alle notwendigen Informationen stets parat“, erklärt Kirchschlager zufrieden.
Doch nicht nur das Management und der kaufmännische Bereich profitieren von der ERP-Lösung, auch in der Konstruktion und der Produktion wird das System intensiv genutzt. Dadurch kommen beispielsweise die Fertigung und die Gießerei ohne eine Arbeitsvorbereitung aus. Für diese Bereiche stehen nicht nur jederzeit aktuelle Artikelstammdaten abrufbereit, diese sind auch mit Zeichnungen aus der Konstruktion hinterlegt. „Für Teile, die schon einmal gefertigt wurden, haben wir sogar digitale Fotos hinterlegt, bei denen kritische Bereiche gekennzeichnet sind. Unsere Mitarbeiter wissen dadurch genau, worauf sie etwa beim Guss achten müssen. Dadurch konnten wir die Qualität dieser Teile noch einmal steigern“, berichtet Kirchschlager. Positiv bemerkbar machte sich bei solchen individuellen Anpassungen auch die Bedienerfreundlichkeit der Software: Viele Einstellungen und das Erstellen von grafischen Bedienerdialogen (Masken) wurden direkt von den Anwendern vorgenommen, was einen schnellen Return on Investment unterstützt.
Seit Einführung der abas-Business-Software konnten die Liefertermine stets eingehalten werden und durch die detailliertere Planung die Liefertreue verbessert werden.
Fit für die Zukunft

Zusammen mit N&P wird durch individuelle Anpassungen die Arbeit mit der ERP-Software kontinuierlich optimiert, dadurch ergeben sich viele interessante Ansatzpunkte für Verbesserungen.
Interessant findet Kirchschlager eine weitere abas-Komponente: das Corridor Controlling. Unternehmen erschließen sich mit seiner Hilfe wirksame Steuerungs- und Analysemöglichkeiten. So visualisiert dieses Werkzeug beispielsweise komplexes Zahlenmaterial und liefert im jährlichen Verlauf den Soll/Ist-Vergleich wesentlicher Unternehmensdaten. Es unterstützt damit wirkungsvoll die betriebswirtschaftliche Planung und Steuerung des Unternehmens. ABAS bietet seinen Kunden damit die Möglichkeit, ein Unternehmen auch in schwierigen Zeiten auf Kurs zu halten.
Die Welser Metallgießerei hat ihre Wahl nicht bereut: „Selbstverständlich trifft man eine wichtige Entscheidung wie die Einführung eines ERP-Systems immer auch mit einer Portion Skepsis. Rückblickend betrachtet war dies nicht notwendig, denn wir sind sehr zufrieden mit der Software und unserem IT-Partner N&P“, sagt Kirchschlager.
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