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Peter Forscht, COO der ABAS Software AG:
Gern reisender Informatiker mit schneller Auffassung und Gabe zur Vereinfachung baut weltweites Partnernetzwerk auf
Karlsruhe,
04.08.2010 - Für jeden
Chronobiologen, der sich mit dem Mechanismus der genetisch programmierten
inneren Uhr des Menschen und ihrer Anpassung an die tageszeitliche Struktur
seiner jeweiligen Umwelt befasset, wäre Peter Forscht ein gefundenes Forschungsobjekt:
Wie andere mal eben mit der Straßenbahn von der Arbeit zum Sport und dann nach
Hause fahren, pendelt er permanent zwischen den Kontinenten hin und her. Eine
Eigenschaft, die ihn für den Aufbau des internationalen abas-Netzwerkes
prädestiniert. Moskau, das erste ausländische Projekt der jungen Firma

COO Peter Forscht als Student
Sprache – ein Türöffner
„Die Arbeitssprache des russischen Projekts war offiziell Englisch. Allerdings konnte keiner der Mitarbeiter vor Ort Englisch. Jeden Tag wurde mir eine neue Übersetzerin zugewiesen, es hätte ja sein können, dass ich mich privat mit jemand anfreunde. Das Ganze fand ja noch zu Zeiten von Breschnew während des Kalten Krieges statt. Erschwerend kam hinzu, dass es Übersetzer für Touristen waren, die von der Organisation eines Lagers in einem Hotel nicht die leiseste Ahnung, geschweige denn das passende Vokabular, hatten. ‚Systemanalyse‘ bedeutete entsprechend: Ich habe eine Frage gestellt, diese wurde ins Russische übersetzt, eine Diskussion von einer halben Stunde begann und ich bekam eine Antwort von irgendetwas, das ich nicht gefragt hatte. Wir haben die Grundanalyse mehr schlecht als recht hinbekommen“, erinnert sich Forscht.
„Drei Monaten später flog ich wieder nach Moskau, um den erarbeiteten Systemvorschlag vorzustellen und zu diskutieren. Das Übersetzungsspielchen wollte ich nicht noch ein zweites Mal mitmachen und lernte etwas Russisch. Es war nicht viel, aber weit mehr als: ‚Grüß Gott’ und ‚Auf Wiedersehen’. Wieder hatte ich jeden Tag eine neue Übersetzerin – einige kannte ich schon. Die Diskussion begann, ich habe eine Frage gestellt, die Übersetzerin übersetzte. Jetzt konnte ich sofort einhaken und feststellen: Das war nicht meine Frage. Sie waren verblüfft und fragten, wie ich denn darauf käme. Meine Antwort: Ich habe in der Zwischenzeit meine Hausaufgaben gemacht“, schmunzelt Forscht. Die Übersetzungsergebnisse wurden qualitativ besser. Das Prinzip Sprachen zu lernen hat Forscht bis heute beibehalten. Für jedes Land, das er bereist, hat er ein paar Vokabeln parat, das öffnet Türen. Heute spricht er neben fließendem Englisch ein wenig Französisch, Italienisch, Russisch, Griechisch, Türkisch, Indonesisch und Suaheli. Einige chinesische Schriftzeichen kann der weit gereiste COO auch schreiben und lesen.
Präsentator Peter Forscht
Abgesehen vom Ausflug nach Moskau waren die Anfangsjahre des studentischen Unternehmens von verschiedensten Individualprogrammierungen in Deutschland geprägt. Durch den Mann seiner Russischlehrerin kam Forscht auch in Kontakt mit dem Karlsruher Kernforschungszentrum und so an Aufträge, die ihm als Knobler mit einer Vorliebe für Physik sehr entgegen kamen. ABAS wuchs, man begann Mitte der achtziger Jahre mit System 3 zusammenzuarbeiten, deren Standardsoftware zu vertreiben und später gemeinsam weiterzuentwickeln.
Der Informatiker Forscht, mit seiner natürlichen Gabe sich für vermeintlich trockene Themen zu begeistern, entwickelte sich zum Hauptpräsentator von abas-EKS, der späteren abas-Business-Software. Seine breite Allgemeinbildung und die Fähigkeit ERP-Materie unterhaltsam und fundiert zu vermitteln, trugen zum erfolgreichen Wachstum des Unternehmens entscheidend bei. Als 1992 Geschäftsstandorte in Deutschland und nach 1993 das deutsche Partnernetz aufgebaut wurden, unterstützte er die Neuen bei Präsentationen und bildete sie aus. Damit trug er dafür Sorge, dass seine Begeisterung für die Software weitergereicht wurde und eine gute Know-how-Vermittlung stattfand. Nach 1995 begann er sich aus dem deutschen Presales-Bereich zurückzuziehen und gezielt Auslandsprojekte voranzutreiben.
Zeichensätze und Finanzbuchhaltung – Hauptaufgaben der Lokalisierung
Die erste Auslandsinstallation mit abas-EKS wurde bereits 1987 umgesetzt, als ein abas-Kunde sein Tochterunternehmen in Frankreich im Großraum Paris ebenfalls mit Unternehmens-Software ausstatten wollte. Die Überlegung des Kunden war: ‚Ihr habt doch Eure Reports mit dem Listengenerator geschrieben, das sind ASCII-Files, die können wir doch einfach übersetzen, das Gleiche können wir mit den Masken machen, dann haben wir das Ganze in Französisch‘. Man ging ans Werk. Wie immer lag der Teufel im Detail. Damals hatte der abas-Zeichensatz noch 7 Bit, das reichte nicht, um beispielsweise die französischen Accents Grave, Aigue oder Circonflexe abzubilden. Also wurde der Zeichensatz auf 8 Bit erweitert, dabei gab es besonders mit der Druckersteuerung zu kämpfen. „Außerdem mussten wir bald erkennen, dass Finanzbuchhaltung nicht gleich Finanzbuchhaltung ist. Nach der Installation in Frankreich erhielten wir einen Anruf, dass der Auditor der französischen Kunden doch ganz gern über ein 'journal d'achat, de vente und de trésorerie' verfügen würde. Wir mussten die Finanzbuchhaltung gemäß des französischen Rechts lokalisieren. Finanzbuchhaltung und die Abbildung der Sprachen und Schriften sind heute nach wie vor die größten Aufgaben der Lokalisierung. Französisch war im Vergleich zu Chinesisch oder Arabisch die kleinere Aufgabe. Mit dem Frankreichprojekt haben wir erste Erfahrungen gesammelt, mit denen wir dann wenige Jahre später richtig durchstarten konnten. Ein wichtiger technischer Schritt war die Einführung von Unicodes 2003. Bei der Finanzbuchhaltung hilft uns heute der Sachverstand unseres Partnernetzwerks. Die Partner vor Ort kennen ihr Finanzwesen besser, als wir das von Karlsruhe aus könnten“, so Forscht.
Kunden bringen ABAS ins Ausland

Peter Forscht (in der Mitte) auf dem
Wiener Ärzteball, hätte er sich das
zu Studienzeiten träumen lassen?
Links und rechts die abas-Partner
in Österreich: Christian Nittmann
und Angelika Pekoll-Sarica.
Das nächste Auslandsprojekt entwickelte sich in Ungarn ebenfalls über die Konstellation: Mutterfirma führt bei Tochterunternehmen abas-ERP ein. Aus diesem Projekt heraus entwickelte sich 1998 der erste nicht deutschsprachige abas-Partner. Ungarn hat sich bis heute mit seinem Geschäftsführer Istvan Hoffer an der Spitze zu einem der erfolgreichsten Auslandspartner entwickelt. Vor der Jahrtausendwende kam dann noch die Türkei als Partner hinzu, Österreich war bereits seit 1993 dabei.
Strategie zur Jahrtausendwende: “Wir sind dort, wo unsere Kunden hin möchten"
„Um die Jahrtausendwende beschlossen wir, das Auslandsgeschäft aktiv anzugehen. Unser Ziel war es, dort zu sein, wo unsere deutschen mittelständischen Kunden immer mehr hin expandierten: ins Ausland. Unsere Kunden sollten von unseren bereits gemachten Erfahrungen und unserem Netzwerk profitieren. Unser Ziel war zunächst d e r ERP-Partner für Auslandsprojekte des deutschen Mittelstandes zu werden - später für den Mittelstand weltweit“, erinnert sich Forscht. Die Suche nach geeigneten Partnern begann. Ganz der abas-Philosophie entsprechend wurde bei der Partnersuche viel Wert auf persönlichen Kontakt, Zeit zum Kennenlernen und Wissenstransfer gelegt. Eine Aufgabe, bei der sich der kontakt- und knobelfreudige Globetrotter Peter Forscht richtig warm laufen konnte.
2000 bis 2010: Das internationale Partnernetz entsteht

Peter Forscht, ein Mann
mit langem Atem nicht nur
beim Aufbau des abas-
Partnernetzwerkes,
sondern auch beim
Laufen. 2002 besteht er
den New York Marathon.
Die ABAS Software AG setzt weiterhin auf weltweites Wachstum
Das Karlsruher Softwarehaus wächst weiter: „Neue Partner in Chile, Brasilien, Russland und der Ukraine sind für 2010/2011 geplant. In Russland haben wir in diesem Jahr (2010) unseren ersten Auftrag mit der abas-Business-Software. In Europa möchten wir in den kommenden Jahren Großbritannien, den Balkan, Skandinavien und Portugal dazu gewinnen. Wir sind auf einem guten Weg, der führende deutsche international agierende mittelständische ERP-Anbieter zu werden. Eigentlich sind wir es schon. Wir brauchen Partner, die langfristig denken, die zu unserer Philosophie passen, die unser evolutionäres Entwicklungskonzept verstehen und die ein zuverlässiger Partner für ihre Kunden sein möchten. Bis unsere deutschen Partner das ERP-Geschäft gelernt hatten, so wie wir es verstehen, haben sie rund 10 Jahre gebraucht. Dann haben sie richtig losgelegt. So ähnlich verläuft die Entwicklung jetzt auch weltweit. Die Grundlagen sind gelegt, nun muss das Wissen reifen. Bei unseren ersten internationalen Partnern ziehen die Geschäfte jetzt richtig gut an, vor allem Ungarn und die USA, aber auch Spanien beginnen stark zu wachsen.“ Zuversichtlich nennt Forscht sein Ziel für die ABAS Software AG: „In fünf Jahren wollen wir 50% unseres Umsatzes im Ausland machen.“ (te)presse@abas.de (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: +49 (0) 721 96 72 30; Fax: +49 (0) 721 96 72 31 00
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